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Pressemitteilung
Nürnberger Steuergespräche e.V. vergibt Förderpreise für Dissertationen

September 2002

Anlässlich des DATEV-Kongresses 2002 wurden erneut vier wissenschaftliche Arbeiten mit dem bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. ausgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende der DATEV, Herr Dieter Kempf, sowie Prof. Dr. Wolfram Scheffler vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Steuerlehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übergaben die Preisgelder von jeweils 1.500 € an Herrn Privatdozent Dr. Holger Kahle von der Universität Mannheim, Herrn Dr. Kai M. Reusch von der Universität Siegen, Herrn Privatdozent Dr. Christoph Watrin von der Universität zu Köln sowie Herrn Dr. Hans Robert Weggenmann von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Herr Privatdozent Dr. Holger Kahle analysiert in seiner Habilitationsschrift auf der Grundlage von ökonomischen Analysen, inwieweit die IAS oder die US-GAAP die Aufgaben von Jahresabschlüssen erfüllen. Herr Kahle verdeutlicht, dass die Informationsfunktion, die Steuerung von Unternehmen mit bilanziellen Kennzahlen, die Wirkungen von bilanziellen Ausschüttungssperren und die Steuerwirkungen so eng miteinander verknüpft sind, dass bei den Veränderungen in einem Bereich immer die Folgewirkungen in den anderen Bereichen mit beachtet werden müssen.

Herr Dr. Kai M. Reusch stellt in seiner Dissertation "Das Bilanzsteuerrecht der Vereinigten Staaten von Amerika" das Bilanzsteuerrecht der Vereinigten Staaten von Amerika umfassend dar und vergleicht die amerikanischen Vorschriften mit den im deutschen Bilanzsteuerrecht geltenden Regelungen. Seine Kernaussagen lauten, dass es sich in der Mehrzahl der Fälle nicht empfiehlt, die im US-amerikanischen Bilanzsteuerrecht enthaltenen Regelungen zu übernehmen.

Herr Privatdozent Dr. Christoph Watrin kommt in seiner Habilitation "Internationale Rechnungslegung und Regelungstheorie" zum Ergebnis, dass die grundsätzliche Verpflichtung zur Aufstellung und Publizierung eines Einzel- und Konzernabschlusses gesetzlich geregelt werden muss und dass im handelsrechtlichen Jahresabschluss die "traditionellen" Kapitalerhaltungsregeln beizubehalten sind. Die Ausgestaltung der Regeln zur Information über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage muss demgegenüber nicht durch den Staat reglementiert werden.

Herr Dr. Hans Robert Weggenmann untersucht in seiner Dissertation "Einordnungskonflikte bei Personengesellschaften im Recht der deutschen Doppelbesteuerungsabkommen unter besonderer Berücksichtigung des OECD-Partnership-Reports 1999" die sich aus Einordnungskonflikten ergebenden Probleme von grenzüberschreitend tätigen Personengesellschaften. Dabei verbindet er die beiden Komplexe "Abkommensberechtigung von Personengesellschaften" sowie "Besteuerung der Gewinnanteile der Gesellschafter sowie der Sondervergütungen aus schuldrechtlichen Leistungsbeziehungen zwischen der Personengesellschaft und ihren Gesellschaftern".

Durch den Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. sollen Habilitationen und Dissertationen angeregt werden, die Aspekte der Steuerberatung und Informationsverarbeitung miteinander verknüpfen. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden in die von den Nürnberger Steuergesprächen e.V. herausgegebenen Schriftenreihe "Steuerberatung und Informationsverarbeitung" aufgenommen. Aufgelegt und vertrieben wird diese Reihe, in der auch die Arbeiten der bisherigen Preisträger erschienen sind, von der DATEV eG, Nürnberg. Der Preis wird von der DATEV eG zur Verfügung gestellt. In jedem Kalenderjahr werden bis zu vier Arbeiten ausgezeichnet. Über die Preisvergabe entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus Prof. Dr. Amberg, Prof. Dr. Bodendorf, Prof. Dr.h.c.mult. Mertens, Prof. Dr. Peemöller, Prof. Dr. Reiß und Prof. Dr. Scheffler (alle Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) zusammensetzt.