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Pressemitteilung
Nürnberger Steuergespräche e.V. vergibt Förderpreise für Dissertationen

September 2006

Der Zweck der Nürnberger Steuergespräche e.V. besteht darin, den wissenschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis auf den Gebieten des Steuerrechts, der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre sowie des Prüfungswesens zu fördern. Darüber hinaus werden Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben.

Der bundesweit ausgeschriebene Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. wurde anlässlich des Familienrechtstags der Steuerberaterkammer Nürnberg am 13. Oktober 2006 zum sechsten Mal vergeben. Der Präsident der Steuerberaterkammer Nürnberg, Herr Manfred Dehler sowie Herr Prof. Dr. Wolfram Scheffler vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Steuerlehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übergaben die Preise an Herrn Dr. Heribert Anzinger (Technische Universität Darmstadt), Herrn Dr. Michael Glaschke (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg), Herrn Dr. Rico A. Hermann (Universität Mannheim) sowie Herrn Dr. Arne Schnitger (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg).

Herr Dr. Heribert Anzinger erarbeitet in seiner Dissertation die zivilprozessualen Grundlagen des Anscheinsbeweises und der tatsächlichen Vermutung. Diese methodischen Grundlagen werden auf zwei Anwendungsfälle übertragen, die für die Steuerberatung von hoher praktischer Bedeutung sind: die Feststellung der Einkunftserzielungsabsicht ("Liebhaberei") bzw. die Abgrenzung zwischen gewerblichem Grundstückshandel und privater Vermögensverwaltung.

Herr Dr. Michael Glaschke geht von der Überlegung aus, dass in Zukunft der HGB-Einzelabschluss durch einen IFRS-Einzelabschluss ersetzt wird. Er analysiert, welche Auswirkungen sich hieraus für die Bilanzpolitik ergeben. Er gibt einen umfassenden Überblick über die bilanzpolitischen Instrumente nach den IAS/IFRS sowie dem deutschen Ertragsteuerrecht und den zwischen diesen beiden Rechnungslegungskreisen bestehenden Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie den zwischen ihnen bestehenden Interdependenzen.

Herr Dr. Rico A. Hermann systematisiert die nationale Besteuerung von Personengesellschaften in insgesamt 16 Staaten. Auf diese Weise werden die Determinanten der Steuerbelastung von Personengesellschaften rechtsvergleichend herausgearbeitet. Um deren betriebswirtschaftliche Bedeutung erkennen zu können, entwickelte Herr Dr. Hermann ein Berechnungsschema zur mehrperiodigen Messung der Steuerbelastung von Personengesellschaften.

Herr Dr. Arne Schnitger systematisiert die bisherige fallorientierte Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu den Grundfreiheiten des EG-Vertrages. Er leitet ein Schema zur Bestimmung der Grenzen der Grundfreiheiten des EG-Vertrags in sachlicher, persönlicher, territorialer und zeitlicher Hinsicht ab. Dabei zeigt er auch die Bedeutung einer gemeinsamen Betrachtung der Besteuerung im Ansässigkeitsstaat und im Tätigkeitsstaat auf.

Durch den Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. sollen Habilitationen und Dissertationen angeregt werden, die Aspekte der Steuerberatung und Informationsverarbeitung miteinander verknüpfen. Die Arbeiten sollen einen Anwendungsbezug aufweisen.

Die wissenschaftlichen Arbeiten werden in die von den Nürnberger Steuergesprächen e.V. herausgegebene Schriftenreihe "Steuerberatung und Informationsverarbeitung" aufgenommen. Aufgelegt und vertrieben wird diese Reihe, in der auch die Arbeiten der bisherigen Preisträger erschienen sind, von der DATEV eG, Nürnberg. Der Preis wird von der DATEV eG zur Verfügung gestellt. In jedem Kalenderjahr werden bis zu vier Arbeiten ausgezeichnet. Über die Preisvergabe entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus Prof. Dr. Amberg, Prof. Dr. Bodendorf, Prof. Dr. Henselmann, Prof. Dr. Reiß und Prof. Dr. Scheffler (alle Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) zusammensetzt.